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Deutscher Preis für Nature Writing 2021 geht an Maria-Daria Cojocaru und Bernd Marcel Gonner

Der einmal jährlich vergebene Preis, der bereits zum fünften Mal verliehen wurde, zeichnet Autor:innen aus, die sich in ihrem literarischen Schaffen auf „Natur“ beziehen. Die Preisausschreibung steht unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Umweltbundesamtes Dirk Messner. Der Preis ist dotiert mit 10.000 € sowie einem sechswöchigen Schreibaufenthalt in den Räumlichkeiten der Stiftung Kunst und Natur.

„Dieser Preis knüpft an die vor allem in den USA und in Großbritannien ausgeprägte schriftstellerische Tradition des Nature Writing an, in der sich Autor:innen mit der persönlichen Wahrnehmung von Natur, mit dem praktischen Umgang mit dem Natürlichen, mit der Reflexion über das Verhältnis von Natur und Kultur und mit der Geschichte der menschlichen Naturaneignung auseinandersetzen“, so lautet die Vorgabe der Jury, die sich aus dem Verlag Matthes & Seitz Berlin, dem Umweltbundesamt sowie der Stiftung Kunst und Natur zusammensetzt. „Genreübergreifend findet dabei sowohl essayistisches als auch lyrisches und episches Schreiben Berücksichtigung. Die Thematisierung von ›Natur‹ schließt die Dialektik von äußerer und innerer Natur ebenso mit ein wie die Auflösung der Grenzen von Kultur und Natur, aber auch die Möglichkeiten oder Probleme des Schutzes von Naturerscheinungen und natürlichem Geschehen.“ Bei Nature Writing spricht man nicht von ›der Natur als solcher‹, „sondern von der durch Menschen wahrgenommenen, erlebten und erkundeten Natur“.

2021 ging der Preis an Maria-Daria Cojocaru und unseren Autoren Bernd Marcel Gonner. Die diesjährige Preisverleihung fand im Rahmen des Literaturfestivals „Im Weltgarten“ (07. – 11. Juli 2021) am 07. Juli 2021 in Freiburg statt und wurde organisiert durch das Literaturhaus Freiburg.

Zur Begründung der Jury zum Preisträger Bernd Marcel Gonner

Bernd Marcel Gonners Essay „Sediment und Sedum“ vergegenwärtigt in einer ungewöhnlichen, streckenweise kunstvoll experimentellen Montageform elementare Naturerfahrungen: Das Grundgerüst bildet ein episodenartiger Bericht von der sehr bewusst gewählten bäuerlichen und landschaftspflegerischen Arbeit in einer historisch gewachsenen Kulturlandschaft, dem Steppenheiden Gebiet der Kalksteinhänge des Oberen Taubertals. Eingeschnitten in die erzählerischen Episoden sind Zitate aus ortsbezogenen geologischen, botanischen, landeskundlichen und lokalhistorischen Sachbüchern, aber auch Pflanzenlisten, literarische Einsprengsel, einzelne Wahrnehmungssplitter. So entsteht ein dichtes Gewebe verschiedener Textelemente, das nicht nur die Landschaft, die Bodenbeschaffenheit, die Vegetation, das Tierleben mit großer Intensität vorstellt, sondern die physische wie die mentale ›Einarbeitung‹ in das Gelände nachvollziehbar werden lässt. Gonner gelingt das in der deutschsprachigen Literatur seltene Kunststück, das Erleben unmittelbar körperlicher ›Arbeit an der Natur‹ durch avancierte literarästhetische Mittel sowohl sinnlich fassbar zu machen als auch diese Arbeit in große historische, naturkundliche und kulturelle Kontexte zu stellen“, so die Jury, die sich aus der letztjährigen Preisträgerin Esther Kinsky, des Literaturwissenschaftlers und Autors Ludwig Fischer, der leitenden Programmkuratorin der Stiftung Kunst und Natur Annette Kinitz, der Literaturvermittlerin Brigitte Labs-Ehlert, des Präsidenten des Umweltbundesamtes Dirk Messner sowie des Literatur- und Kulturwissenschaftlers Steffen Richter zusammensetzte.

KILLROY media gratuliert dem Autor recht herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung.

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